Allergene auf der Speisekarte richtig kennzeichnen
Stand: 2026-07-28 · Lesezeit ca. 5 Minuten
Dass du über die 14 Allergene informieren musst, steht fest (hier die Rechtslage). Bleibt die Frage: wie? Drei Wege haben sich etabliert — mit sehr unterschiedlichem Pflegeaufwand.
Weg 1: Fußnoten auf der Papierkarte
Der Klassiker: Hinter jedem Gericht stehen kleine Codes („Schnitzel Wiener Art A,C,G"), die Legende steht auf der letzten Seite.
Vorteil: Gäste sehen alles direkt, keine Technik nötig. Nachteil: Jede Rezept- oder Lieferantenänderung heißt Neudruck — sonst stimmen die Angaben nicht mehr, und genau das prüft die Lebensmittelüberwachung. In der Praxis kleben in vielen Betrieben deshalb überklebte Zettel in den Karten.
Weg 2: Allergen-Ordner (Kladde)
Die Karte bleibt sauber, ein Hinweis verweist auf eine Mappe mit allen Allergen-Angaben, die Gäste einsehen können.
Vorteil: Karte muss bei Änderungen nicht neu gedruckt werden. Nachteil: Für Gäste die unangenehmste Lösung — wer fragt schon gern nach dem Ordner, während der Tisch wartet? Und die Mappe selbst muss trotzdem bei jeder Änderung aktualisiert werden, was im Alltag gern liegen bleibt.
Weg 3: Digitale Karte per QR-Code
Auf dem Tisch steht ein QR-Code, die Karte öffnet sich im Browser des Gastes — mit Allergen-Codes am Gericht und, gut gemacht, einer Detailansicht mit den Allergenen im Klartext („Enthält: Glutenhaltiges Getreide, Eier, Milch/Laktose").
Vorteil: Änderungen sind sofort online — ein ausverkauftes Gericht verschwindet per Aus-Schalter, ein neuer Preis ist in Sekunden gepflegt, und die Allergen-Angaben bleiben automatisch konsistent, weil es nur eine Quelle gibt. Gäste mit Allergien müssen nicht fragen, sondern tippen das Gericht einfach an. Nachteil: Nicht jeder Gast mag Handys am Tisch — eine Papierkarte als Ergänzung bleibt sinnvoll; die Pflicht erfüllt die digitale Karte trotzdem.
Worauf du bei jeder Lösung achten solltest
- Eine Quelle der Wahrheit: Wenn Papierkarte, Aushang und digitale Karte parallel existieren, müssen alle übereinstimmen. Am sichersten ist, eine Version zur führenden zu machen.
- Wer trägt die Angaben ein? Die Verantwortung liegt beim Betrieb. Vorsicht bei Tools, die Allergene „automatisch erkennen" wollen — eine KI kann vom Foto nicht wissen, ob in deiner Panade Milch steckt. Seriös ist: Gerichte und Preise automatisch übernehmen, Allergene per Checkbox selbst setzen.
- Personal briefen: Egal welche Form — das Team muss wissen, wo die Angaben stehen und wer bei Rezeptänderungen aktualisiert.
- Zusatzstoffe nicht vergessen: Farbstoffe, Konservierungsstoffe & Co. (Ziffern 1–13) gehören ebenfalls gekennzeichnet.
Unterm Strich: Für Betriebe, deren Karte sich nie ändert, funktionieren Fußnoten. Für alle anderen ist die digitale Karte der Weg mit dem geringsten laufenden Aufwand — einmal einrichten, danach kostet jede Änderung Sekunden statt eines Neudrucks.